Touristen in Neukölln

Eben ist mir auf dem Wochenmarkt am Maybachufer eine Stadtführung von Statt Reisen über den Weg gelaufen. Ja, ich weiß, Statt Reisen ist ganz okay. Aber trotzdem: Touristen in Neukölln. Bitte. Und echte Touristen, keine Checker auf dem Weg zur neuesten Kaffeebude. Mit Kamera und Stadtführer. Eigentlich schön, dass sich jemand für Neukölln jenseits von Rütlischule und Kneipenszene interessiert. Aber ich fürchte, solche Stadtführungen ähneln eher Safaris. “Guck mal, Mutti, was für ein großes Kopftuch die Frau da hat!” “Papa, warum hat der Mann mit der Flasche so eine rote Nase?”


 
 
 

2 Kommentare zu “Touristen in Neukölln”

  1. kampfreh
    30. August 2008 um 13:03

    überlege gerade was mir lieber ist – diese amüsanten sat1 berichte über rütlischule, hartzIV abzocker und den untergang des abendlands oder ein bissl gentrifikation in form von touristenkarawanen. ist immer interessant, was in diesen stadführungen angesagt ist und als massenkomaptibel gilt. dungeon in hamburg , zoo in stuttgart, neukölln in berlin…
    hoffe, du hasts fotographiert :)

  2. Jan
    30. August 2008 um 14:14

    Touristen sind mir zumindest lieber als Reporter, die Rütli-Schülern Geld für Gangsta-Posen zustecken. Wenn ich irgendwo unterwegs bin, möchte ich ja auch was vom Leben sehen und nicht nur Museen besuchen. Nebenbei ist es vielleicht auch ganz hilfreich, mal in der Rolle des Beobachteten zu stecken. Mich stört aber, dass Neukölln immer nur diese merkwürdigen Formen von Aufmerksamkeit erhält: Die einen dissen es, die anderen feiern es, wieder andere staunen darüber.

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