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	<title>Jan Maas &#187; Kultur</title>
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	<description>Jan Maas, Journalist</description>
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		<title>Die Bedeutung des Bartschattens</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Mar 2009 14:21:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ausstellung]]></category>
		<category><![CDATA[Malerei]]></category>
		<category><![CDATA[Meister von Flémalle]]></category>
		<category><![CDATA[Rogier van der Weyden]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf dem Altarbild kündigt der Erzengel Gabriel Maria an, dass sie Jesus zur Welt bringen wird. Dargestellt ist diese biblische Szene mitten in einer bürgerlichen Küche. Das Flügelbild rechts davon täuscht den Blick auf einen spätmittelalterlichen Marktplatz vor. Auch nach fast 600 Jahren leuchten die Farben noch und die Figuren scheinen beinahe zu leben. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf dem Altarbild kündigt der Erzengel Gabriel Maria an, dass sie Jesus zur Welt bringen wird. Dargestellt ist diese biblische Szene mitten in einer bürgerlichen Küche. Das Flügelbild rechts davon täuscht den Blick auf einen spätmittelalterlichen Marktplatz vor. Auch nach fast 600 Jahren leuchten die Farben noch und die Figuren scheinen beinahe zu leben.<span id="more-259"></span></p>
<p>Die Gemälde, die derzeit in der Ausstellung „Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden“ in der Berliner Gemäldegalerie zu sehen sind, zeigen einen doppelten Neuanfang in der Malerei. Obwohl biblische Themen neben Porträts weltlicher und geistlicher Fürsten weiterhin vorherrschen, halten Alltagsszenen und Bürgerportraits Einzug. Die Künstler verwenden zum ersten Mal ein neues Material, das die auf Ei basierenden Temperafarben ablöst: Ölfarben.</p>
<p>Mit Ölfarben konnten die niederländischen Maler leichter Farbübergänge mischen und dünne Lasuren herstellen. Feinere Hauttöne oder Bartschatten machten die Gemälde plötzlich lebensechter. Die Wirkung der so angefertigten Altarbilder auf die Gläubigen ist heute kaum nachzuvollziehen. Die wohlhabenden Stifter, die meist als Randfiguren in den Gemälden verewigt wurden, begannen jedenfalls, auch privat Porträts in Auftrag zu geben.</p>
<p>Das Zentrum der neuen Ölmalerei lag im heute belgischen Tournai, in der Werkstatt des „Meisters von Flémalle“. Viele mutmaßlich dort entstandenen Werke fasste man im 19. Jahrhundert unter diesem Notnamen zusammen. Wahrscheinlich wurden die meisten Werke aber im Stil eines Handwerksbetriebs gemeinsam angefertigt.</p>
<p>Lehrlinge grundierten und füllten Flächen, Gesellen malten die Figuren und die Meister kamen nach dem Entwurf erst wieder dazu, wenn es um die Hauptfiguren oder die Stifterporträts ging. Offenbar war die Arbeit in der von Robert Campin geführten Werkstatt so interessant, dass auch der bereits erfolgreiche junge Maler Rogier van der Weyden dort noch einmal in die Lehre ging, bevor die Stadt Brüssel ihn später als Stadtmaler engagierte.</p>
<p>Die Ausstellung ist in zwei Stunden gut zu schaffen und nicht zu umfangreich. Es bleibt genug Zeit, einzelne Gemälde eingehend zu betrachten und die Hintergrundtexte zu lesen. Wie leider oft kommt darin die Darstellung des historischen Zusammenhangs zu kurz. Wie sich das niederländische Bürgertum im 15. Jahrhundert entwickelte, müssen sich die Besucher selbst anlesen.</p>
<p>Außerdem hätte es der Ausstellung gut getan, ein paar ältere Temperagemälde und Altarbilder dazu zu stellen, um den Unterschied zu den neuen Werken deutlicher zu machen. Trotz dieser Schwächen lohnt sich ein Besuch unbedingt. Die empfindlichen Gemälde werden zum ersten Mal zusammen gezeigt und es ist gut möglich, dass es sie so nie wieder zu sehen gibt.</p>
<p>„Der Meister von Flémalle und Rogier van der Weyden“<br />
Gemäldegalerie, Kulturforum Potsdamer Platz, Berlin<br />
Noch bis zum 21. Juni<br />
Di.-So. von 10-19 Uhr, Do. von 10-22 Uhr<br />
Eintritt 8 Euro, ermäßigt 4 Euro</p>
<p><a title="Gemäldegalerie Berlin" href="http://www.gemaeldegalerie-berlin.de/" target="_blank">Gemäldegalerie Berlin</a></p>
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		<title>Ein Film über die Erinnerung</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Sep 2008 18:00:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Antifaschismus]]></category>
		<category><![CDATA[DDR-Geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[Film]]></category>

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		<description><![CDATA[Am Sonnabend hat Martin Keßler seinen neuen Dokumentarfilm im Kino Babylon in Berlin-Mitte vorgestellt. Es handelt sich um &#8220;Das Schloss-KZ&#8221;, den zweiten Teil seines laufenden Filmprojekts &#8220;Ernesto alias Ernst&#8221; über den jüdischen antifaschistischen Widerstandskämpfer Ernesto Kroch. Ernesto Kroch saß schon als minderjähriger politisch engagierter Metallarbeiter unter dem NS-Regime im Gefängnis und im KZ Lichtenburg, bevor [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am Sonnabend hat Martin Keßler seinen neuen Dokumentarfilm im Kino Babylon in Berlin-Mitte vorgestellt. Es handelt sich um &#8220;Das Schloss-KZ&#8221;, den zweiten Teil seines laufenden Filmprojekts &#8220;Ernesto alias Ernst&#8221; über den jüdischen antifaschistischen Widerstandskämpfer Ernesto Kroch.<span id="more-206"></span></p>
<p>Ernesto Kroch saß schon als minderjähriger politisch engagierter Metallarbeiter unter dem NS-Regime im Gefängnis und im KZ Lichtenburg, bevor er 1938 nach Uruguay emigrieren konnte. Von dort floh er 1982 vor der Militärdiktatur nach Deutschland. Heute lebt er in Uruguay und Deutschland.</p>
<p>Der Film zeigt vor allem, wie Kroch sich heute gegen die NPD engagiert und für die Gedenkstätte in der Lichtenburg bei Prettin in Sachsen-Anhalt einsetzt. Seine Biografie allein macht den Film schon sehenswert. Besonders interessant fand ich aber, dass Keßlers Film auch die anhaltenden Auseinandersetzungen über die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und den Widerstand dagegen dokumentiert.</p>
<p>Zu Zeiten der DDR gab es zwar eine Gedenkstätte in der Lichtenburg, aber der größte Teil wurde von einer LPG genutzt. Nach 1989 wurde die alte Gedenkstätte dann geschlossen, aber ohne durch eine neue ersetzt zu werden. Das ehemalige KZ sollte sogar verkauft werden. Erst anhaltende Proteste von Bürgern bis hin zu Berliner Studenten haben dazu geführt, dass inzwischen ein neues Gedenkstättenkonzept erarbeitet wurde.</p>
<p>Es gibt eine ganze Menge Beispiele dafür, wie aufgrund berechtigter Kritik an der Erinnerungskultur der DDR gleich die ganze Erinnerung gestrichen wurde, statt einfach eine bessere Gedenkstätte zu entwerfen. Diesem Film gelingt es, eines dieser Beispiele besonders anschaulich und auch für ein Publikum ohne großes Vorwissen über die Erinnerungskultur der DDR verständlich zu machen.</p>
<p><a title="Homepage des Arbeitskreises Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg" href="http://www.lichtenburg.org/" target="_blank">Homepage des Arbeitskreises Schloss und Gedenkstätte Lichtenburg</a></p>
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		<title>Jenseits von Solschenizyn</title>
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		<pubDate>Tue, 12 Aug 2008 11:11:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Ginsburg]]></category>
		<category><![CDATA[Lagerliteratur]]></category>
		<category><![CDATA[Schalamow]]></category>
		<category><![CDATA[Solschenizyn]]></category>
		<category><![CDATA[Stalinismus]]></category>

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		<description><![CDATA[Der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn ist nach seinem Tod endgültig zum Mythos geworden. Deutlich wird das zum Beispiel durch die Überschrift des Nachrufs von Boris Chasanow, den die &#8220;Berliner Zeitung&#8221; druckte. &#8220;Er selbst war eine ganze Epoche&#8221;, schrieb Chasanow über die Bedeutung Solschenizyns für die literarische Verarbeitung des stalinistischen Lagersystems. Immerhin weisen sie meisten Autoren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der russische Schriftsteller Alexander Solschenizyn ist nach seinem Tod endgültig zum Mythos geworden. Deutlich wird das zum Beispiel durch die Überschrift des Nachrufs von Boris Chasanow, den die &#8220;Berliner Zeitung&#8221; druckte. &#8220;Er selbst war eine ganze Epoche&#8221;, schrieb Chasanow über die Bedeutung Solschenizyns für die literarische Verarbeitung des stalinistischen Lagersystems.<span id="more-180"></span></p>
<p>Immerhin weisen sie meisten Autoren darauf hin, dass Solschenizyn nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion großrussische Vorstellungen vertrat, die in der Tradition des undemokratischen und antisemitischen Zarenreichs standen. Viel seltener wird aber darauf verwiesen, das schon im &#8220;Archipel Gulag&#8221; in Solschenizyns spezieller Kritik am Stalinismus solche rückwärtsgewandten Ideen angelegt sind.</p>
<p>Deshalb ist es schade, dass mit Analogien wie &#8220;Er selbst war eine ganze Epoche&#8221; das hoffentlich neu geweckte Interesse an der Lagerliteratur der Sowjetunion ausschließlich auf Solschenizyns zweifellos lesenswertes Hauptwerk &#8220;Der Archipel Gulag&#8221; gelenkt wird. Jewgenija Ginsburgs &#8220;Marschroute eines Lebens&#8221; oder Warlam Schalamows &#8220;Erzählungen aus Kolyma&#8221; verdienen mindestens ebensoviel Aufmerksamkeit. Mit &#8220;Künstler der Schaufel&#8221; kommt dieser Tage der zweite Teil der &#8220;Erzählungen aus Kolyma&#8221; bei Matthes &amp; Seitz Berlin heraus. Im letzten Sommer ist bereits der erste Teil unter dem Titel &#8220;Durch den Schnee&#8221; erschienen.</p>
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		<title>Songwriting als Therapie</title>
		<link>http://janmaas.de/2008/07/28/songwriting-als-therapie/</link>
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		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 19:16:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Folk]]></category>
		<category><![CDATA[Jamie Scott]]></category>
		<category><![CDATA[Lily Allen]]></category>
		<category><![CDATA[Park Bench Theories]]></category>
		<category><![CDATA[Songwriter]]></category>
		<category><![CDATA[Soul]]></category>

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		<description><![CDATA[Seine Beziehung war am Ende, sein Plattenvertrag geplatzt. Nun erscheint das Debut doch, und der 25-jährige Jamie Scott kann sich seinen Frust von der Seele singen. FOCUS Online: Ihr Debütalbum heißt „Park Bench Theories“. Was sind Parkbanktheorien? Jamie Scott: Der Titel bedeutet zweierlei. Auf Parkbänken steht immer viel eingeritzt. Auf Parkbänken passiert viel Verschiedenes. Menschen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Seine Beziehung war am Ende, sein Plattenvertrag  geplatzt. Nun erscheint das Debut doch, und der 25-jährige Jamie Scott  kann sich seinen Frust von der Seele singen.</strong></p>
<p>FOCUS Online: Ihr Debütalbum heißt „Park Bench  Theories“. Was sind Parkbanktheorien?</p>
<p>Jamie Scott: Der Titel bedeutet zweierlei. Auf  Parkbänken steht immer viel eingeritzt. Auf Parkbänken passiert viel  Verschiedenes. Menschen trennen sich, Menschen haben Sex, Menschen  streiten sich. Der Titel signalisiert also eine emotionale Geschichte.  Außerdem ist Parkbanktheorie schon lange meine persönliche Metapher für  Missverständnis. Ich meine damit zwei Menschen, die sich über den Weg  laufen und auf eine Parkbank setzen, um miteinander zu reden. Danach  gehen sie wieder ihrer Wege und haben völlig unterschiedliche Ansichten  darüber, worüber sie gerade gesprochen haben.<span id="more-479"></span></p>
<p>FOCUS Online: Um welche Missverständnisse geht es auf „Park Bench  Theories?</p>
<p>Jamie Scott: Es geht um die letzten drei, vier Jahre meines Lebens.  Ich lebte mit einem Mädchen zusammen, mit dem ich zusammen aufgewachsen  war. Wir waren schon so gut wie verheiratet. Dann trennten wir uns, und  ich bemerkte, dass ich einen grundlegenden Fehler gemacht hatte, aber  etwas zu spät. Zu der Zeit lief es außerdem mit der Plattenfirma nicht,  mit der ich einen Vertrag hatte. Es ging bergab und endete damit, dass  ich sechs Monate lang allein und deprimiert in meinem Zimmer saß. Ich  fing an, darüber zu schreiben. Das half mir darüber hinweg, und so  entstand „Park Bench Theories“.</p>
<p>FOCUS Online: Im September erscheint ihre Single „When Will I See  Your Face Again?“ Um welchen Teil ihrer Geschichte geht es darin?</p>
<p>Jamie Scott: Das ist das einzige Stück neben „Shadows“, in dem es  nicht um diese Zeit geht. Es ist etwas leichter als der Rest des Albums.  Es geht um ein Mädchen, das ich in einem Café traf, nachdem ich mich  von meiner Freundin getrennt hatte. Es war in einer Kleinstadt, also  nahmen wir an, dass wir uns dort wiedersehen würden. Wir verabredeten  uns, aber sie kam nie wieder.</p>
<p>FOCUS Online: Wie sind sie dazu gekommen, solche Erfahrungen in  Liedern zu verarbeiten?</p>
<p>Jamie Scott: Als ich sieben war, hörte ich zum ersten Mal eine Platte  von Joni Mitchell und bat meine Mutter, mir zu zeigen, wie man dazu  Gitarre spielt. Meine Mutter spielte Gitarre in der Kirche. Dann habe  ich mir jahrelang selbst beigebracht, zu spielen. Die Art und Weise der  Singer und Songwriter aus den Siebzigern, sich selbst auszudrücken, lag  mir schon immer. Irgendwann habe ich mich einfach hingesetzt und selbst  angefangen, zu schreiben.</p>
<p>FOCUS Online: Welche aktuellen Folk- und Soul-Musiker hören sie?</p>
<p>Jamie Scott: Fangen wir mit Soul an: D’Angelo, Amp Fiddler und Jill  Scott zum Beispiel. An Folk mag ich Scott Matthews, Rufus Wainwright und  José Gonzalez.</p>
<p>FOCUS Online: Auf ihrer MySpace-Seite ist das Video zu einer  Cover-Version von dem Lily-Allen-Hit „Smile“ zu sehen. Wie kam es dazu?</p>
<p>Jamie Scott: Weil ihre Musik so anders ist als meine. Ich finde  Cover-Versionen dann spannend, wenn man ihnen einen eigenen Stil gibt  und wir haben „Smile“ einen Folkdreh gegeben.</p>
<p>FOCUS Online: Im „Guardian“ stand, dass sie „Park Bench Theories“ mit  Travis als Studioband eingespielt haben, ohne ihren Sänger Fran Healy.  Wie kam das zustande?</p>
<p>Jamie Scott: Ich habe für mein Album mit dem Produzenten Martin  Terefe zusammengearbeitet. Der kannte den Drummer und den Bassisten  schon von Aufnahmen für Cat Stevens und Ron Sexsmith. Martin hat ein  richtiges Netzwerk von Musikern. Jeder spielt für jeden. Meine  Plattenfirma wollte das Album so schnell wie möglich aufnehmen und  Martin sollte passende Musiker suchen. Travis hatten gerade ihre neue CD  fertig und deswegen einen Monat Zeit dafür. Ich hatte Glück.</p>
<p>FOCUS Online: Hätten sie nicht lieber ihre eigene Band gefunden,  bevor sie das Album aufnahmen?</p>
<p>Jamie Scott: Nein, wir fingen mit den Aufnahmen praktisch sofort an,  nachdem ich unterschrieben hatte. Meine Band habe ich erst im Studio  kennengelernt. Darum heißt sie auch „The Town“. Martins Studio heißt  Kensaltown, aber alle nennen es bloß „The Town“.</p>
<p>FOCUS Online: Haben „The Town“ schon vorher zusammen gespielt?</p>
<p>Jamie Scott: Sie kannten sich alle. Deswegen klappt es auch sehr gut.  Wir klingen sehr intim.</p>
<p>FOCUS Online: Wen wollen sie mit ihren Liedern erreichen?</p>
<p>Jamie Scott: Ich denke, jeder Songwriter, der sagt, dass er aus  anderen als eigennützigen Gründen schreibt, lügt. Ich glaube,  Songwriting ist eine reine Form der Therapie. Es geht darum, sich etwas  von der Seele zu schreiben. Was ich erreichen wollte, war zu  verarbeiten, was ich erlebt hatte, und das habe ich geschafft. Die  Gelegenheit, das Publikum zu erreichen, kommt bei Konzerten. Dann lebt  die Musik ein zweites Leben.</p>
<p>FOCUS Online: Woher wissen Sie, dass das Publikum Sie versteht?</p>
<p>Jamie Scott: Ich denke nicht, dass es mich versteht. Das ist das  Großartige an Musik. Menschen bringen Verschiedenes damit in Verbindung.  Jeder kann seine eigene Bedeutung aus einem Stück heraushören. Jeff  Buckley hat seinem Album „Grace“ keine Texte beigefügt, weil er wollte,  dass die Leute sich beim Zuhören ihre eigenen Gedanken machen.</p>
<p style="text-align: right;">Erschienen auf Focus Online am 24.10.07, 18:40 Uhr.<br />
<a href="http://www.focus.de/kultur/musik/jamie-scott-und-the-town_aid_136890.html" target="_blank">http://www.focus.de/kultur/musik/jamie-scott-und-the-town_aid_136890.html</a></p>
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		<title>Musik ohne Grenzen</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 19:13:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[Globalisierungskritik]]></category>
		<category><![CDATA[La Radiolina]]></category>
		<category><![CDATA[Mano Negra]]></category>
		<category><![CDATA[Manu Chao]]></category>

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		<description><![CDATA[Manu Chao ist der Popstar der Globalisierungskritik. Auf seinem neuen Album wirft der spanischstämmige Franzose Musikstile aus aller Welt durcheinander. Er sprengt die Ordnung der CD-Regale. Er spielt Reggae und Ska ebenso wie Punk und wirft mit Samples um sich wie ein Hiphopper. Er singt in Spanisch, Französisch, Englisch, manchmal auch Arabisch und anderen Sprachen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Manu Chao ist der Popstar der  Globalisierungskritik. Auf seinem neuen Album wirft der spanischstämmige  Franzose Musikstile aus aller Welt durcheinander.</strong></p>
<p>Er sprengt die Ordnung der CD-Regale. Er spielt  Reggae und Ska ebenso wie Punk und wirft mit Samples um sich wie ein  Hiphopper. Er singt in Spanisch, Französisch, Englisch, manchmal auch  Arabisch und anderen Sprachen – oft in einem einzigen Song. Manu Chao  entwickelt mit seinem dritten Album den schillernden Sound der Vorgänger  „Clandestino“ und „Próxima Estación: Esperanza“ weiter.<span id="more-477"></span></p>
<p>„La Radiolina“ ist Manu Chaos erstes weltweit erscheinendes Album  seit sechs Jahren – und das Warten hat sich gelohnt. Anstatt seine  Einflüsse nur zu kopieren, verschmilzt der 46-Jährige sie mit Anleihen  bei spanischen und lateinamerikanischen Klängen zu einer eigenen  funkigen Musik. Auf „La Radiolina“ geriet die Mischung eine Spur  rockiger als auf den beiden Vorläufern. Aber wieder gelingt Manu Chao  das seltene Kunststück, energiegeladen und leicht zugleich zu klingen.</p>
<p>Manu Chao nahm diesen Sound bereits in den achtziger Jahren mit  seiner Band Mano Negra vorweg. Der Sohn spanischer Eltern, die vor dem  faschistischen Franco-Regime nach Paris geflüchtet waren, gründete die  Band zusammen mit seinem Bruder und einem Cousin. Mano Negra verquirlte  Punk, Ska und Rap und verbuchte ein paar landesweite Hits, wurde aber  vor allem wegen ihrer mitreißenden Live-Shows berühmt.</p>
<p><strong>Unterwegs mit Gitarre und Rekorder</strong></p>
<p>Nachdem die Band sich 1995 auflöste, zog Manu Chao  mit einer Gitarre und einem Aufnahmegerät ein paar Jahre durch  Lateinamerika. Aus dem Material entstand das 1999er-Album „Clandestino“,  von dem der Hit „Bongo Bong“ stammt. Zwei Jahre später folgte „Próxima  Estación: Esperanza“ mit „Mr. Bobby“. In einem großen Teil seiner Texte  verarbeitet Manu Chao eigene und beobachtete Erfahrungen von Migration  oder sozialer Ungerechtigkeit. Menschliche Begegnungen, Liebe und  Freundschaften nehmen einen ebenso großen Platz ein.</p>
<p>Auf „La Radiolina“ finden sich beispielsweise mit  „Me Llaman Calle“ der Titelsong aus Fernando León de Aranoas großartigem  Prostituiertendrama „Princesas“ und mit „Rainin in Paradize“ eine  Anklage der Kriege im Nahen Osten und in Afrika. Manu Chao stellte  „Rainin in Paradize“ vorab zum Download ins Internet, wo es innerhalb  von zwei Wochen 250 000-mal abgerufen wurde.</p>
<p><strong>Über Grenzen hinweg</strong></p>
<p>Der Musiker zitiert sich immer wieder selbst. So  hat er Elemente von „Clandestino“ schon auf „Próxima Estación:  Esperanza“ wieder aufgegriffen und verarbeitet nun mit „Politik Kills“  ein Thema aus „Mr. Bobby“ weiter. Dabei bleibt es aber nicht beim bloßen  Sample, sondern die Idee wird neu geformt und der künstlerische Prozess  transparent.</p>
<p>Manu Chao spielt nicht nur den Soundtrack der Globalisierungskritik,  wie oft geschrieben wird, sondern seine Musik verkörpert selbst eine Art  der Globalisierung. Eine der gängigsten Polemiken gegen  Globalisierungskritik besteht in der Unterstellung, sie wolle die  Globalisierung anhalten und Grenzen wieder errichten. Manu Chaos Musik  dagegen versinnbildlicht, dass eine Kritik an der Globalisierung und  eine grenzenlose Verschmelzung von kreativem Potenzial sehr gut  zusammenpassen können.</p>
<p style="text-align: right;">Erschienen auf Focus Online am 22.8.2007,  14:33 Uhr.<a href="http://www.focus.de/kultur/musik/plattenkiste/manu-chao_aid_70158.html" target="_blank"></p>
<p>http://www.focus.de/kultur/musik/plattenkiste/manu-chao_aid_70158.html</a></p>
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