Artikel der Kategorie ‘Schnipsel‘

 
 

Hoch und trocken

Eine schöne Geschichte über Leuchtturmwärter in Europa aus der mare, über Spiegel Online jetzt auch im Internet verfügbar:

“Man muss schon Hippie sein”

Immer noch typisch Neukölln

Im Laden an der Ecke hat sich wieder was getan: Statt der “Galerie El-Salam Style” bietet jetzt eine Filiale der “Bio Company” ihre Waren feil. Damit kann man an den Mietern der letzten zehn Jahre prima die Entwicklung Nord-Neuköllns ablesen: “Reichelt” – “Rudis Reste-Rampe” – “Galerie El-Salam Style” – “Bio Company”. Nächstes Jahr kommt dann der Prada Flagship Store?

Humor ohne Herz

Neulich am Aufzug im S-Bahnhof Neukölln was Ähnliches erlebt. Aber nicht so schön aufgeschrieben.

Schnauzhumor und Jungfrauenwunder

Bedingt seetüchtig

Bei der Entwicklung der großen Katamarane für die 34. Auflage des America’s Cup 2013 spielt die Seetüchtigkeit der Konstruktionen genauso eine Rolle wie die Alltagstauglichkeit bei den Entwürfen für die Formel 1. Nämlich gar keine. Es wird nur haufenweise Geld für die Spielzeuge reicher Männer ausgegeben.

Im Vergleich zu anderen Sportarten hat Segeln immer ein Problem mit Sponsonen gehabt. Das richtig große Geld bringt das, was sich im Fernsehen gut darstellen lässt, mit Fouls und Dunkings in Großaufnahme und Zeitlupe. Das dreidimensionale Schachspiel einer Regatta weit vor irgendeiner Küste hat dagegen kaum eine Chance. Regatten sind zwar für Segler spannend, aber nur nicht für Zuschauer.

Da die beteiligten Investoren trotzdem Geld verdienen wollen, heißt es schon seit langem, der Segelsport müsse “spektakulärer” werden. Und Konstrukteure, Teams und Organisatoren drehen die Schraube immer weiter. Den aktuellen Höhepunkt dieser Entwicklung stellen die Katamarane für die 34. Auflage des America’s Cup dar. Wenn die “spektakulär” segeln, kann das so ausgehen wie am 14. Juni in der Bucht von San Francisco:

Eine Person verletzte sich dabei leicht, wenn auch schmerzhaft an der Rippe. Das gekenterte Boot vom Typ AC 45 ist für das Training und die Vorausscheidungen 2011 und 2012 ausgelegt. Erst im eigentlichen America’s Cup 2013 kommen die wirklich großen Katamarane vom Typ AC 72 zum Einsatz. Nun sind Kenterungen bei Rennkatamaranen weder selten noch schlimm. Aber das Rennen ist damit beendet, wenn auch auf spektakuläre Weise. Ob deswegen jemand seine Glotze anschaltet, wage ich zu bezweifeln. Das einzig wirklich Interessante scheint zu sein, dass die neue Generation der Flügelsegel einem Praxistest unterzogen wird.

Bist du cool genug für Neukölln?

In der Berliner Zeitung gibt es einen sehr lesenswerten Artikel über Orhan Demirel, einen alteingesessenen Neuköllner Türken, der sich nun als Kneipier versucht, um an der Entwicklung zum Szenekiez Teil zu haben. Seine Schwierigkeiten illustrieren sehr schön die Widersprüche der Gentrifizierung: “Anfang 2009 wollte Orhan Demirel den Trödel aufgeben und hängte ein Schild ins Fenster, auf dem er den Laden anbot. ‘Sie haben mir die Bude eingerannt’, sagt er, ‘Ich habe nicht verstanden, warum, also habe ich sie gefragt: Was würdest du hier machen? Und alle sagten: eine Bar.’ Das kann ich auch, dachte er, obwohl er keine Ahnung von Gastronomie hatte.” Die Codes seiner Gäste – der “urbanen Penner”, wie Mercedes Bunz die jungen unterbezahlten Menschen nannte, die was mit Medien machen – hat der 47-jährige Demirel natürlich nicht drauf. Deswegen ist offen, ob es die “Kachellounge” in einem Jahr noch geben bzw. ob sie dann noch von Orhan Demiral betrieben werden wird.