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	<title>Jan Maas &#187; Test und Technik</title>
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	<description>Jan Maas, Journalist</description>
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		<title>Schwert-Schlucker</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 19:11:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Test und Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Feeling 30]]></category>
		<category><![CDATA[Integralkiel]]></category>
		<category><![CDATA[Kirié]]></category>
		<category><![CDATA[Saint Malo]]></category>
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		<category><![CDATA[Tidenrevier]]></category>

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		<description><![CDATA[Die neue Feeling 30 der französischen Werft Kirié wird in zwei Tiefgang-Varianten gebaut. Im windigen Tidenrevier vor Saint Malo testete die segeln-Crew die Version mit Integralkiel. Als wir in Saint Malo unsere Seesäcke aufs Deck des Prototypen der Feeling 30 werfen, heult der Westwind in den Riggs der Yachten ganz ordentlich. Glücklicherweise scheint die Sonne, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Die neue Feeling 30 der französischen Werft  Kirié wird in zwei Tiefgang-Varianten gebaut. Im windigen Tidenrevier  vor Saint Malo testete die segeln-Crew die Version mit Integralkiel.</strong></p>
<p>Als wir in Saint Malo unsere Seesäcke aufs Deck des  Prototypen der Feeling 30 werfen, heult der Westwind in den Riggs der  Yachten ganz ordentlich. Glücklicherweise scheint die Sonne, aber immer  wieder schieben sich dunkle Wolken vor sie und bringen heftige Böen bis  26 Knoten mit – bestes Testwetter.<span id="more-471"></span></p>
<p>Auf den ersten Blick ist die neue Yacht aus der  Kirié-Familie ihren großen Schwestern recht ähnlich. Die typischen  ovalen Fenster im Aufbau lachen uns an, die Beschläge auf Aufbau und  Deck sind sehr aufgeräumt und übersichtlich angeordnet. Unter Wasser ist  die Feeling 30 modern gestaltet: ein Kurzkiel und, in der  Integralkiel-Version, zwei freistehende Ruderblätter.</p>
<p>Die Feeling mit Schwert ist für Segler in  Tidenrevieren und flachen Gebieten ein interessantes Angebot. Der nötige  Ballast aus Gusseisen ist um den Schwertschlitz herum außen an den  Rumpf gebolzt worden. Wer trockenfallen oder auf den Strand segeln  möchte, fügt der Rumpfstruktur also keine Schäden zu. Aber ob die  Schwertkiel-Variante genauso viel Wind verträgt wie die mit Festkiel? Um  das zu überprüfen, sind wir heute in Saint Malo genau richtig.</p>
<p><strong>Fix unterwegs</strong></p>
<p>Unter Motor lässt sich das Schiff leicht aus der  Boxengasse fahren und bleibt trotz des Seitenwinds kursstabil. In  ausreichendem Abstand von der Hafenmole setzen wir die Segel – das  Großsegel recht einfach aus dem Cockpit, wenn die Lazy Jacks vorher am  Mast etwas gefiert werden. Für weniger kräftige Segler könnte die 16er  Harken-Fallwinsch etwas unterdimensioniert sein – auf alle Fälle stoßen  wir uns die Fingerknöchel an den engen Bügeln der Spritzkappe.</p>
<p>Alle Fallen laufen im Cockpit durch  Spinlock-Hebelklemmen auf die Winsch – Komfort de luxe. Das Groß ist mit  einem Einleinen-Reffsystem ausgestattet, das über zwei Reffreihen  läuft. Nach einem kurzen Versuch mit vollem Segel stecken wir das erste  Reff ein, die Genua bleibt ausgerefft. Schnell nimmt die Yacht Fahrt  auf, als sie Wind in den Segeln hat. Leider können wir das Groß nicht  flacher trimmen: das Achterstag ist nicht zu verstellen. Das ist eine  Schwäche des Prototypen, die in der Serienproduktion nicht mehr  vorkommen wird.</p>
<p><strong>Zug am Ruder</strong></p>
<p>3,35 Tonnen Verdrängung sind bei neun Meter Länge  nicht eben wenig, aber die Segelfläche ist darauf gut abgestimmt. Vor  der malerischen Kulisse der Stadtmauer segeln wir hoch am Wind aus dem  Bereich der Hafeneinfahrt. In den immer noch sehr starken Böen beginnt  das Boot schnell zu krängen, dann nimmt auch die Luvgierigkeit  unangenehm zu. Ansonsten ist die Feeling gut zu steuern, aber jetzt muss  der Mann an der Pinne hart arbeiten. Die Strömung am Ruder reißt ab,  obwohl das Boot keine kritische Krängung erreicht hat, das Meer ist noch  weit davon entfernt, in Lee an Deck zu steigen. Etwas Balance am Ruder  würde zumindest den Druck vermindern. So aber müssen wir mit der  Großschot arbeiten. Diese ist 1:6 untersetzt und sowohl mit Curryklemme  als auch mit Knarrblock des italienischen Herstellers Viadana versehen.  Die Schot ist leicht aus der Hand zu fahren.</p>
<p>Überhaupt fühlen wir uns im Cockpit wohl. Es ist  offen und luftig, ermöglicht einen guten Überblick über die Yacht, die  Instrumente und den Windex. Teakstäbe auf den Längsduchten füttern das  Auge. In den Böen wird es auf der Luvkante allerdings etwas eng. Will  der Steuermann bequem vor dem Pinnenausleger sitzen, quetscht er den  Mitsegler fast an die 32er Harken Schotwinsch. Für drei Segler ist kein  Platz. Sitzraum im Hafen gibt die Plicht hingegen großzügig her.</p>
<p><strong>Savoir vivre</strong></p>
<p>Der Lebensraum auf der Feeling ist sehr angenehm  gestaltet. Muss der Navigator unter Deck seiner Arbeit nachkommen,  findet er einen ausreichend großen Kartentisch mit viel Stauraum an  Steuerbord. Auf seinem Platz sitzt er in Fahrtrichtung. Mit einem Blick  über die Schulter hat er die Rückwand der Nasszelle im Blick. In diese  ist der von innen wie auch von außen ablesbare Plastimo-Steuerkompass  eingelassen. Das ist eine gute Idee. Auf der anderen Seite befindet sich  die Pantry, die viel Stauraum und ein großes Kühlfach anzubieten hat.  Davor liegt der Salon, an den sich das Vorschiffsdreieck optisch  anschließt.<br />
Die Vorschiffskoje kann durch Schiebetüren abgetrennt werden. Leider  sind diese noch nicht arretierbar, so dass sie auf See gern hin- und  herrutschen.</p>
<p>Durch diese Aufteilung und das helle Holz ist der  Innenraum sehr groß und offen. Im Vorschiff finden zwei Personen Platz,  ebenso wie in der Achterkabine, die allerdings mit zwei kleinen Luken  etwas dunkler wirkt. Als Extra lässt sich die Salon-Sitzbank in eine  Doppelkoje verwandeln, so dass sechs Menschen an Bord schlafen können.  Am Salontisch finden alle problemlos Platz, allerdings wird der Stauraum  wohl kaum für sechs komplette Ausrüstungen reichen. Insgesamt macht das  Boot bei starkem Wind von über 20 Knoten eine gute Figur.</p>
<p><strong>Testkommentar</strong></p>
<p>Vielseitig ist wohl das Wort, welches die Feeling  30 am besten beschreibt. Dank der Integralkiel-Variante ist diese Yacht  in fast allen Revieren zu Hause. Die Ausrüstung und der Raum unter Deck  sind aufs bequeme Fahrtensegeln ohne allzu lange Seestrecken  zugeschnitten. Aber auch einem Segler, der nur nach Feierabend oder am  Sonntag kurz seinem Sport nachgehen möchte, bietet der Kirié-Nachwuchs  durch die lebendigen und schnellen Segeleigenschaften einen Menge Spaß.  Kurzum: Ein attraktives Boot!</p>
<p style="text-align: right;">Erschienen in segeln 6/2000.</p>
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		<title>Klein, aber oho</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 19:11:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Test und Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Georg Nissen]]></category>
		<category><![CDATA[Rügen]]></category>
		<category><![CDATA[Rügenjolle]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Trailerboot]]></category>
		<category><![CDATA[Wieker Boote]]></category>

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		<description><![CDATA[Handlich und schnell zeigt sich die von Georg Nissen gezeichnete Rügenjolle. Bei Wieker Boote im Norden Rügens werden schon seit Jahrzehnten Arbeitsboote gebaut – mit dem leichten Jollenkreuzer fasst die Werft jetzt auf dem Markt der Freizeitboote Fuß. Trotz Windstärke vier ist kaum eine Welle auf dem Wieker Bodden zu sehen – ein Vorzug der [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Handlich und schnell zeigt sich die von Georg  Nissen gezeichnete Rügenjolle. Bei Wieker Boote im Norden Rügens werden  schon seit Jahrzehnten Arbeitsboote gebaut – mit dem leichten  Jollenkreuzer fasst die Werft jetzt auf dem Markt der Freizeitboote Fuß.</strong></p>
<p>Trotz Windstärke vier ist kaum eine Welle auf dem  Wieker Bodden zu sehen – ein Vorzug der Boddengewässer. Also werden wir  Vollzeug ausprobieren. Die Rügenjolle hat eine kleine Rollfock und ein  durchgelattetes Großsegel mit Ein-Leinen-Reffsystem. Da kein Motor an  Bord ist, setzen wir die Segel bereits in der Box. Schon auf dem Weg aus  der Hafeneinfahrt deutet sich ein gutes Geschwindigkeitspotenzial an.<span id="more-469"></span></p>
<p>Draußen zeigt das Boot, warum es Rügenjolle heißt: Es reagiert  empfindlich auf Böen und will dringend aufrecht gesegelt werden. Anfangs  reißt uns mehrfach die Strömung am Ruder ab, und wir schießen fast in  den Wind. Wir müssen uns auf die Kante bewegen oder rechtzeitig reffen.</p>
<p><strong>Riggspannung</strong></p>
<p>Unter dem zunehmenden Druck der Fock wippt der  Masttopp in Böen nach vorne. Entsprechend sackt das Vorliek durch, und  die Fock beginnt einzufallen. Wir schießen in den Wind. Die Rügenjolle  lässt sich für solche schnellen Korrekturen gut im Wind halten, aber der  weiche Riggtrimm lässt sich so schnell nicht korrigieren.</p>
<p>Schwarze Wolken warten am südlichen Ausgang des Wieker Boddens auf  uns. Wir ergreifen die Flucht und kehren um. Mit aufgeheißtem Schwert  ist das Boot auch vor dem Wind noch schnell. Das Schwertfall ist  leichtgängig und einfach bedienbar unter dem Niedergang angebracht.</p>
<p><strong>Ausrüstung</strong></p>
<p>Gut getrimmt läuft die Rügenjolle auch auf raumen  Kursen geradeaus und liegt dazu sehr leicht auf dem Ruder. Leider ist  die Pinne sehr lang. Der Steuermann gerät beim Umsetzen in  Schwierigkeiten. Der Pinnenausleger ist sehr gut dimensioniert. Der  Steuermann kann damit bequem auf der Kante sitzen und hat gleichzeitig  die Großschotklemme am Fußblock in Reichweite. Dieser befindet sich  allerdings auf einem gut eine Handbreit hohen Metallrohr, das aus dem  Cockpitboden ragt. Es dient gleichzeitig als Fuß für die Baumstütze, die  als Zubehör angeboten wird. Ein Reitbalken in gleicher Höhe, an dem ein  Auge für die Baumstütze sitzt, würde aber weniger Verletzungsgefahr in  sich bergen als das senkrechte Rohr.</p>
<p>Kurz vor Anbruch der Dämmerung machen wir wieder im Wieker Hafen  fest. Wir verbringen eine überraschend bequeme Nacht an Bord des kleinen  Jollenkreuzers. Er ist nur knapp über fünf Meter lang, dennoch finden  zwei Personen in den Kojen zu beiden Seiten des Schwertkastens  problemlos Platz.</p>
<p>Durch Pilzlüfter und Lüftungsschlitze ist für gute Belüftung gesorgt.  Leider gibt es keine Kojenbretter, die Matratzen liegen direkt auf der  Innenschale auf. Das führt zur Bildung von Kondenswasser. Eine  luftdurchlässige Unterlage könnte hier für Durchlüftung sorgen.</p>
<p><strong>Viel Platz</strong></p>
<p>Stauraum befindet sich im Vorschiff und unter den  Kojen. Zwei kleine Schwalbennester hängen jeweils über den Kojen. Der  Fußraum im Niedergang kann mit einem Sperrholzbrett abgedeckt werden und  dient ebenfalls als Stauraum. Auf Wunsch liefert die Werft einen  Kajüttisch, der an der Maststütze befestigt wird.</p>
<p>Auch das Cockpit bietet für zwei Personen sehr viel Platz. Mit einer  Plichtpersenning kann dieser gut genutzt werden. In die Längsduchten  sind vier Backskisten integriert. Am Spiegel können noch eine kleine  Klapp-Badeleiter und die Aufhängung für den Außenborder montiert werden,  was der Rügenjolle auch nach außen den Charakter einer Wanderjolle  gibt.</p>
<p><strong>Testkommentar</strong></p>
<p>Auf der Rügenjolle macht Segeln Spaß. Auch bei  recht viel Wind bleiben wir in der Plicht trocken. Das Boot stampft sich  nicht fest, und unsere Manöver führt es schnell aus. Die Rügenjolle  wendet auf dem Teller, die Schoten laufen immer klar. Für eine bessere  Vorstagspannung sollte das Rigg von vornherein mit mehr Vorbiegung  gefahren werden. Mit Hilfe der gepfeilten Salinge ist das einfach zu  machen. Die Ausrüstungsmöglichkeiten und der Preis machen die Rügenjolle  zu einem sehr interessanten Einsteigerboot für Fahrtensegler. Durch das  geringe Eigengewicht ist die Rügenjolle auch als Trailerboot attraktiv.</p>
<p style="text-align: right;">Erschienen in segeln 12/1999.</p>
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		<title>Winschen warten</title>
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		<pubDate>Mon, 28 Jul 2008 18:32:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jan</dc:creator>
				<category><![CDATA[Test und Technik]]></category>
		<category><![CDATA[Segeln]]></category>
		<category><![CDATA[Winschen]]></category>

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		<description><![CDATA[Winschen sind die Kraftwerke des Bootes. Auf großen Yachten geht nichts ohne sie. Aber sie gehören wahrscheinlich zu den am meisten vernachlässigten Teilen an Bord. Warum vernachlässigt der Segler seine Winschen? Nicht, weil er nicht wüsste, wie wichtig sie sind. Sondern deshalb, weil die Vorstellung verbreitet ist, dass die Winschen keine Pflege brauchen, solange sie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Winschen sind die Kraftwerke des Bootes. Auf  großen Yachten geht nichts ohne sie. Aber sie gehören wahrscheinlich zu  den am meisten vernachlässigten Teilen an Bord.</strong></p>
<p>Warum vernachlässigt der Segler seine Winschen?  Nicht, weil er nicht wüsste, wie wichtig sie sind. Sondern deshalb, weil  die Vorstellung verbreitet ist, dass die Winschen keine Pflege  brauchen, solange sie keine kaffeemühlenartigen Geräusche von sich  geben.<span id="more-473"></span></p>
<p>Dabei gehört die korrekte Wartung der Winsch zur  Segelyacht wie die Wartung der Gangschaltung zum Fahrrad. Wer sie  vernachlässigt, macht sich das Leben unnötig schwer. Wer sie ganz  vergisst, sorgt im schlimmsten Fall dafür, dass die Mechanik versagt und  die Segel nicht mehr unter Kontrolle zu bringen sind.</p>
<p>Die Zeit für einen Blick ins Innenleben sollte man  sich jeden Winter nehmen. Demontieren sollte man eine Winsch bei  durchschnittlicher Belastung durch den Freizeitskipper in etwa jedes  zweite Jahr – bei hoher Belastung dementsprechend öfter. Es ist durchaus  sinnvoll, dabei Herstellerhilfe in Anspruch zu nehmen.</p>
<p><strong>Anleitungen</strong></p>
<p>Bei allen deutschen Importeuren der verschiedenen  Hersteller kann man sich mit Material versorgen. Wer sich die  Wartungsanleitung nicht ohnehin beim Kauf hat mitgeben lassen, kann dort  auf umfangreiche Archive zurückgreifen. In diesen Anleitungen sind die  spezifischen Eigenschaften der Winsch dargestellt, so dass man nicht vor  ungelösten Rätseln steht oder sich unnötige Arbeit macht.</p>
<p>Dafür ist die Tabelle gedacht, in der die  Importeure bzw. Hersteller abgedruckt sind, Falls es keine passende  Explosionszeichnung gibt, ist es hilfreich, nur eine Winsch zur Zeit zu  bearbeiten und eine andere als Vorlage zu nehmen.</p>
<p><strong>Schritt für Schritt</strong></p>
<p>Wie immer bei solchen Vorgängen ist darauf zu  achten, dass man das richtige Werkzeug verwendet. In diesem Fall einige  Schraubenzieher zum Abhebeln der Sprengringe und der Lager. Um die  Bolzen durchzuschlagen, braucht man einen Kunststoffhammer und einen  Messingdorn, der etwas dünner ist als der Bolzen. Die Einzelteile müssen  sicher und in der richtigen Reihenfolge so abgelegt werden, dass sie  nicht über Bord gehen können.</p>
<p>Der erste Schritt ist die Demontage der Trommel.  Dazu muss in den meisten Fällen ein Sprengring gelöst werden, der die  Deckplatte festhält. Jetzt kann die Trommel abgehoben werden. Dann  werden die Walzenlager und Gleitringe vom Fuß abgezogen.</p>
<p>Meistens erkennt man schon jetzt, warum die  regelmäßig Wartung nötig ist: Das alte Schmiermittel ist total verharzt,  die Walzen drehen sich nicht mehr alle und falls doch, dann bestimmt  nicht leicht.</p>
<p><strong>Petroleum hilft</strong></p>
<p>Dieses Bild wird uns noch öfter begegnen. Altes  Fett und verharztes Öl entfernt man am besten mit Hilfe von Petroleum  oder Diesel und einem Pinsel. Im Notfall tut es auch eine ausrangierte  Zahnbürste. Man stellt sich ein paar Lappen und eine Schale mit  Petroleum in Reichweite, in der man die ganzen Teile baden kann.</p>
<p>Der nächste Arbeitsgang ist die Demontage der  Zahnräder und der Welle. Jetzt kommt es auf den Typ an. Moderne Winschen  sind so ausgelegt, dass man sie nicht nur komplett ohne Werkzeug  auseinander nehmen kann. sondern auch, ohne den Fuß abzubauen.</p>
<p>Ältere Baujahre erfordern allerdings meistens die  Demontage desselben. Die Bolzen, auf denen die Zahnräder gelagert sind,  müssen z.B. oft nach unten ausgeschlagen werden. Oder aber die Welle  muss von unten gezogen werden, damit sie aus dem Lager kommt. Das  bedeutet zwar etwas mehr Aufwand, ist aber kein Hindernis.</p>
<p><strong>Schadenssuche</strong></p>
<p>Jetzt kommen die Sperrklinken an die Reihe, es sei  denn, es handelt sich um eine kleinere Winsch, bei der sie schon früher  freigelegt werden können. Sie werden von Federn gehalten, die sie in die  Rezesse drücken sollen. Auch diese sind zu prüfen, und zwar auf ihre  Spannung.</p>
<p>Sind alle Teile gereinigt und in Petroleum gebadet,  macht man sich auf die Suche nach Verschleißspuren oder Schäden. Fast  alle Teile sind einzeln nachzukaufen. Und damit wartet man besser nicht,  bis der gefundene Haarriss in der Welle zum Bruch führt.</p>
<p>Die Federn der Sperrklinken sind nicht nur die  wichtigsten, sondern auch die billigsten Teile. Also lieber früh  ersetzen. Beim Zusammenbau soll dafür Sorge getragen werden, dass die  Funktionsfähigkeit für mindestens eine Saison gewährleistet wird.</p>
<p><strong>Nur wenig Fett</strong></p>
<p>Bewegliche Teile müssen gut geschmiert werden, und  alles, was zu diesem Kraftwerk gehört, muss gegen Korrosion geschützt  sein.</p>
<p>Viel hilft viel? Nein! Schützen heißt nicht dass  jede Menge Fett in die Mechanik gedrückt wird. Für die Lager, die  Klinkenrezesse und Zahnräder gibt es von verschiedenen Herstellern  spezielles Winschenfett. Es muss sparsam verwendet werden, der  Überschuss wird sonst in die Zwischenräume gedrückt und beeinträchtigt  die Beweglichkeit der Kleinteile. Ähnlich wie die Fahrradgangschaltung  funktionieren sie am zuverlässigsten, wenn sie leicht, aber mit  hochwertigem Öl geölt werden.</p>
<p>Die Reihenfolge des Zusammenbaus ergibt sich von  selbst, wenn man sauber demontiert hat. Vorsicht bei den Sperrklinken.  Manchmal kann man sie auch falsch herum einsetzen. Um diesen Fehler zu  vermeiden, hilft es sich vorzustellen, wie die Zahnräder laufen müssen.</p>
<p>Die sorgfältige Pflege zusammen mit dem  rechtzeitigen Ersatz der Verschleißteile wird für ein langes Leben ihrer  Winsch und eine optimale Kraftersparnis sorgen.</p>
<p><strong>Wie funktioniert das Kraftwerk?</strong></p>
<p>Winschen an Bord von Yachten sollen  Höchstbelastungen standhalten und immer zuverlässig arbeiten. Sie müssen  außerdem so konstruiert sein, dass auch Laien eine Wartung vornehmen  können. So funktionieren die Bord-Kraftwerke.</p>
<p>Die Basis jeder Winsch ist der Fuß. Der muss fest  verankert sein, um die enormen Zugkräfte, die auf dem Tauwerk lasten,  aushalten zu können. In diesen Fuß ist ein Lager integriert, das die  senkrechte Welle aufnimmt.</p>
<p><strong>Getriebe</strong></p>
<p>Oben in der Welle befindet sich die Buchse, die die  Winschkurbel aufnehmen soll. Der untere Teil der Welle besitzt einen  Zahnkranz. Weitere Zahnräder sind auf Bolzen gelagert, die auch im Fuß  befestigt sind. Die Welle dreht sich im Lager, der Zahnkranz unten gibt  die Drehung an die anderen Zahnräder weiter.</p>
<p>So kann die Drehbewegung, die von den kurbelnden,  über die Winsch gebeugten Seglern ausgeht, übertragen werden. Diese  Drehung muss nun von der Trommel aufgenommen werden. Diese besitzt dafür  innen, in Höhe der Zahnräder, einen Zahnkranz. Hier greifen die Zähne  ineinander.</p>
<p><strong>Lager</strong></p>
<p>Um die Reibungsverluste zwischen der Trommel und  dem Fuß gering zu halten, stecken auf dem senkrecht stehenden  Wellenlager außen Gleitringe und Walzenlager. So könnte die Trommel also  frei auf dem Fuß rotieren.</p>
<p>Bis hierher handelt es sich im Grunde um ein  ziemlich kompaktes Getriebe. Im Laufe der Zeit hat sich viel geändert.  Es gibt Winschen mit mehreren Gängen, Winschen, die elektrisch betrieben  und solche, die hydraulisch bewegt werden. Das Prinzip der Übersetzung  ist aber geblieben.</p>
<p>Was nun die Winsch zur Winsch macht, ist die  Tatsache, dass sie sich nur in eine Richtung drehen darf. Sie soll ja  gar nicht frei rotieren, sondern nur im Uhrzeigersinn. Sämtliche Kräfte  ziehen schließlich weiterhin gegen den Uhrzeigersinn an der Schot. Also  muss die Trommel gestoppt werden.</p>
<p><strong>Sperrklinken</strong></p>
<p>Diese Funktion erfüllen Sperrklinken, die in  vorgesehene Rezesse in den Getrieben einrasten und dadurch das  charakteristische Klicken beim Drehen erzeugen. Wo die Klinken sitzen,  ist von Winsch zu Winsch verschieden und hängt von der Komplexität des  Getriebes ab.</p>
<p>Was aber alle Sperrklinken gemeinsam haben: Nur sie  halten die Trommel letztendlich fest. Man möchte fast behaupten, sie  seien das wichtigste Bauteil – ohne damit dem Getriebekonstrukteur zu  nahe treten zu wollen.</p>
<p><strong>Kontrolle</strong></p>
<p>Es ist also durchaus sinnvoll, nicht erst bei  auffälligen Erscheinungen nachzusehen. ob alles in Ordnung ist. Winschen  sind nicht unbegrenzt belastbar.<br />
Wer an Deck unterdimensionierte Winschen stehen hat, wird unter  Umständen verbogene Sperrklinken aus der Trommel holen. Ein deutliches  Alarmzeichen.</p>
<p style="text-align: right;">Erschienen in segeln 1/1999.</p>
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