Mehr Spaß am Ankerplatz

Die Tiwal 2 ist der jüngste und kleinste Spross der Tiwal-Familie. Die Firma erweitert ihr Angebot damit um ein segelbares Beiboot.

Die französische Firma Tiwal hat das segelbare Schlauchboot auf ein neues Niveau gehoben. Das Ur-Modell, dass inzwischen unter dem Namen Tiwal 3 firmiert, zeigt mit seinen Rohrauslegern deutliche Anleihen bei modernen Skiffs und bleibt zerlegt in zwei Taschen gut zu transportieren (siehe segeln 8/18). Bei der neuen Tiwal 2 hat man das Handling nun noch weiter vereinfacht. Ohne Ausleger ist das Schlauchboot leichter, kleiner und noch besser zu verstauen als die große Schwester.

Tiwal bietet mit dem Modell 2 ein segelbares Beiboot an, das nicht nur in Taschen verpackt im Auto an den Strand gefahren werden kann. Es kann auch aufgepumpt an Deck verstaut, auf dem Trampolin eines Fahrtenkatamarans mitgenommen oder als Dingi hinterher geschleppt werden. Zur Zielgruppe gehören hier – anders als bei der Tiwal 3 – vor allem Yachteigner, aber auch Vercharterer. Das Angebot ist, damit alleine oder mit dem Nachwuchs in der Ankerbucht herumzuspielen.

Kinderleichtes Segeln

Zu diesem Zweck ist das Boot extrem aufgeräumt und einfach gehalten. Pinne, Schot, zwei Trimmleinen, ein Ausreitgurt – das war’s. Die Tiwal 2 verhält sich gutmütig, wendet auf dem Teller und lässt sich leicht halsen. Bei genug Wind kommt sie auch ins Gleiten und macht viel Spaß. Die Formstabilität erlaubt es, nach Lust und Laune darauf herumzuturnen. Es ist sogar möglich, wie auf einem Surfbrett um den Mast herumzulaufen, ohne dass das Boot kentert. 

Sollte die Tiwal 2 doch einmal kentern, ist sie kinderleicht mit einer Hand am Schwert wieder aufzurichten. Beim an Bord Klettern helfen die Gurtschlaufen außen am Rumpf, mit denen das Boot auch getragen werden kann. Das Boot ist aus drei Luftkammern aufgebaut: eine große Luftkammer bildet die Basis und seitlich darauf sitzen zwei kleine in Längsrichtung. Ein Schwertkasten aus Aluminium dient zugleich als Mastspur und zur Aufnahme von zwei Rohren, die den Rumpf quer aussteifen.

Einfache Montage

Für die Montage ist kein Werkzeug nötig. Eine elektrische Niederdruck-Luftpumpe gehört zum Lieferumfang. Nach dem groben Aufpumpen werden die Rohre mit Klick-Pins zusammengesteckt und mit Klettgurten am Rumpf befestigt. Anschließend bringt man das Boot mit der handbetriebenen Hochdruck-Luftpumpe auf Spannung. Optional ist eine elektrische Hochdruck-Luftpumpe erhältlich – dann kann man sich in der Zeit ums Rigg kümmern. Alles in allem braucht man nicht länger als 15 Minuten.

Der Kohlefaserfasermast besteht aus fünf Teilen, die passgenau zusammengesteckt werden. Vermeiden muss man dabei den Sand, weshalb die einzelnen Rohre am besten auf dem Segel oder der Tasche zwischengelagert werden. Das Segel ist so konstruiert, dass man es um den Mast herumwickeln kann, wenn man gerade nicht segelt. So muss nicht jedes Mal abgeriggt werden. Darum gibt es statt Baum auch eine dünne Latte, die in der Mitte geteilt und entfernt wird, wenn das Segel aufgerollt werden soll.

Das Unterliek wird bei der Montage dieser Baumlatte mittels eines Spanngurts getrimmt. Für den weiteren Trimm sorgen Cunningham und Baumniederholer. Im Sinne der Wickelbarkeit verleihen keine horizontalen Latten dem Segel seinen Stand, sondern vertikale. Daher mogeln sich manchmal senkrechte Falten in das Segel, die nur schwer zu beheben sind. Das beeinträchtigt zwar das Profil etwas, aber es gehört zum Konzept und tut dem Segelspaß auch keinen Abbruch.

Erschienen in segeln 8/2019 und auf SegelReporter.com.

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