Zeit zu Erinnern

Die Berliner Zeitung schreibt unter dem Titel “Die Weiße Rose Berlins” über eine Gedenkaktion anlässlich des 67. Jahrestags der Hinrichtung von Mitgliedern der Widerstandsgruppe um Herbert Baum: “Es wird Zeit, dass das heutige Berlin offiziell an die Gruppe erinnert, die als ‘Weiße Rose’ Berlins gelten könnte.” In der Tat. Außer einer 2001 angebrachten Texttafel, die einen zu DDR-Zeiten gesetzten Gedenkstein ergänzt, ist nicht viel passiert. Die Gruppe wurde immer gerne ignoriert, weil einige Kommunisten darunter waren und ihr Andenken in der DDR recht lebendig gehalten wurde. Aber 20 Jahre nach dem Fall der Mauer könnten die Berührungsängste langsam mal überwunden werden. Einem rot-roten Senat sollte das doch leicht fallen.

Etwas Hintergrund zu dem Thema steht auf der Seite “Zur Person”.

„Sind eigentlich die Ideale der antifaschistischen Widerstandskämpfer heute in der DDR erfüllt?“

Heute lag das Belegexemplar von “L’Antifascisme revisité. Histoire – Idéologie – Mémoire” im Briefkasten. Das Themenheft ist bei Éditions Kimé als Nummer 104 der Reihe “Témoigner. Entre Histoire et Mémoire” der Fondation Auschwitz in Brüssel erschienen. Die gesammelten Aufsätze beschäftigen sich anlässlich des zwanzigsten Jahrestags des Falls der Berliner Mauer mit dem Antifaschismus in der DDR.

Ich habe einen Text über antifaschistische Erinnerungskultur in der DDR am Beispiel der Biografie des ehemaligen Widerstandskämpfers Herbert Ansbach beigesteuert: “‘Les idéaux des résistants antifascistes sont-ils réellement atteints aujourd’hui en RDA?’ La culture du souvenir antifasciste vue de i’intérieur: l’exemple des carnets d’Herbert Ansbach (1913-1988)”.

Ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich den Artikel auf Deutsch eingereicht habe und jetzt an den anderen französischen Artikeln ordentlich zu knapsen habe. Bin trotzdem auf Feedback gespannt.

Ein Film über die Erinnerung

Am Sonnabend hat Martin Keßler seinen neuen Dokumentarfilm im Kino Babylon in Berlin-Mitte vorgestellt. Es handelt sich um “Das Schloss-KZ”, den zweiten Teil seines laufenden Filmprojekts “Ernesto alias Ernst” über den jüdischen antifaschistischen Widerstandskämpfer Ernesto Kroch.
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Warum die DDR-Stasi-Gleichung nicht aufgeht

Letzte Woche haben Monika Deutz-Schroeder und Klaus Schroeder vom Forschungsverbund SED-Staat der FU Berlin ihr neues Buch “Soziales Paradies oder Stasi-Staat?” präsentiert. Sie stellen darin dar, welches DDR-Bild Schüler in Ost und West haben. Dafür haben sie mehrere Jahre lang in vier Bundesländern geforscht. Laut zoomer.de lautet das Ergebnis, dass Schüler wenig Ahnung von der DDR haben.
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