Bedingt seetüchtig

Bei der Entwicklung der großen Katamarane für die 34. Auflage des America’s Cup 2013 spielt die Seetüchtigkeit der Konstruktionen genauso eine Rolle wie die Alltagstauglichkeit bei den Entwürfen für die Formel 1. Nämlich gar keine. Es wird nur haufenweise Geld für die Spielzeuge reicher Männer ausgegeben.

Im Vergleich zu anderen Sportarten hat Segeln immer ein Problem mit Sponsonen gehabt. Das richtig große Geld bringt das, was sich im Fernsehen gut darstellen lässt, mit Fouls und Dunkings in Großaufnahme und Zeitlupe. Das dreidimensionale Schachspiel einer Regatta weit vor irgendeiner Küste hat dagegen kaum eine Chance. Regatten sind zwar für Segler spannend, aber nur nicht für Zuschauer.

Da die beteiligten Investoren trotzdem Geld verdienen wollen, heißt es schon seit langem, der Segelsport müsse “spektakulärer” werden. Und Konstrukteure, Teams und Organisatoren drehen die Schraube immer weiter. Den aktuellen Höhepunkt dieser Entwicklung stellen die Katamarane für die 34. Auflage des America’s Cup dar. Wenn die “spektakulär” segeln, kann das so ausgehen wie am 14. Juni in der Bucht von San Francisco:

Eine Person verletzte sich dabei leicht, wenn auch schmerzhaft an der Rippe. Das gekenterte Boot vom Typ AC 45 ist für das Training und die Vorausscheidungen 2011 und 2012 ausgelegt. Erst im eigentlichen America’s Cup 2013 kommen die wirklich großen Katamarane vom Typ AC 72 zum Einsatz. Nun sind Kenterungen bei Rennkatamaranen weder selten noch schlimm. Aber das Rennen ist damit beendet, wenn auch auf spektakuläre Weise. Ob deswegen jemand seine Glotze anschaltet, wage ich zu bezweifeln. Das einzig wirklich Interessante scheint zu sein, dass die neue Generation der Flügelsegel einem Praxistest unterzogen wird.

Die Greetchen-Frage

Klassisch oder modern? Für viele eine Grundsatzentscheidung, aber nicht für Jo Vierbaum. Der junge Bootsbauer hat den vermeintlichen Widerspruch elegant aufgelöst

„Warum auf schnelles Segeln verzichten, wenn man klassische Linien will?“ fragte sich Jo Vierbaum während seiner Ausbildung zum Bootsbauer in Arnis an der Schlei. Und griff in seiner Freizeit zu Bleistift, Papier und Straklatte, um den Versuch zu unternehmen, beides zu verbinden. Das war vor sieben Jahren. Das Ergebnis seiner Arbeit taufte er im letzten Sommer nach sechs Jahren Bauzeit auf den Namen „Greetchen“.
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Nur fliegen ist schöner

Oben Kutter, unten Rennyacht. Jo Vierbaum und Beeke Jessen haben den vermeintlichen Konflikt zwischen Tradition und Moderne kreativ gelöst. Eine Auswahl der Bilder ist bei Flickr zu sehen, der dazu gehörige Artikel ist in segeln 4/2011 erschienen.

Mehr Infos: Yacht- und Bootswerft Stapelfeldt

Der Pate der Zeesboote

Schon mit 13 Jahren begeisterte er sich für Zeesboote – inzwischen hat er schon fast alle auf seiner Werft gehabt. Ein Besuch bei Nils Rammin am Barther Bodden

Kreischend fährt der Elektrohobel wieder an der Kante entlang. Späne fliegen. Das Bodenbrett für den Neubau wird so lange angepasst, bis es den Ansprüchen des Bootsbauers genügt. Oberfräse und Handkreissäge liegen neben ihm an Deck. Auf dem Werftgelände am Barther Bodden arbeiten die Handwerker mit modernen Maschinen und Werkzeugen, aber die Boote, die sie bauen, stammen aus einer anderen Zeit.


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Mit der Z-Jolle auf der Unterhavel

Gestern war ein guter Tag. Besonders zum Segeln, verbunden mit Recherche für eine Doppelseite über einen Eigner und sein Boot. In diesem Fall ging es um eine Z-Jolle von 1932. Diese Rennjollen sind ebenso schnell wie schön. Leider gibt es im Raum Berlin im Moment nur eine davon. Und diese zieht einige Aufmerksamkeit auf sich. Mitten im Segeln kam ein Motorboot längsseits und wedelte mit Briefumschlägen. Einladungen zu einer Oldtimerausstellung in der Marina Lanke. Ein persönlicher Briefträger zu Wasser – das habe ich auch noch nicht erlebt.

Homepage der Z-Jollen