Bist du cool genug für Neukölln?

In der Berliner Zeitung gibt es einen sehr lesenswerten Artikel über Orhan Demirel, einen alteingesessenen Neuköllner Türken, der sich nun als Kneipier versucht, um an der Entwicklung zum Szenekiez Teil zu haben. Seine Schwierigkeiten illustrieren sehr schön die Widersprüche der Gentrifizierung: “Anfang 2009 wollte Orhan Demirel den Trödel aufgeben und hängte ein Schild ins Fenster, auf dem er den Laden anbot. ‘Sie haben mir die Bude eingerannt’, sagt er, ‘Ich habe nicht verstanden, warum, also habe ich sie gefragt: Was würdest du hier machen? Und alle sagten: eine Bar.’ Das kann ich auch, dachte er, obwohl er keine Ahnung von Gastronomie hatte.” Die Codes seiner Gäste – der “urbanen Penner”, wie Mercedes Bunz die jungen unterbezahlten Menschen nannte, die was mit Medien machen – hat der 47-jährige Demirel natürlich nicht drauf. Deswegen ist offen, ob es die “Kachellounge” in einem Jahr noch geben bzw. ob sie dann noch von Orhan Demiral betrieben werden wird.

Guttenbergs next Topmodel

Nach dem mäßigen Erfolg der Talkshow von Johannes B. Kerner in Masar-i-Scharif mit Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg und Soldaten plant ProSieben tiefgreifende Änderungen im Sendekonzept von Germany’s next Topmodel. Um für mehr Solidarität mit der Truppe zu werben, bietet zu Guttenberg dem Sender an, die nächste Staffel der Castingshow im Feldlager der Bundeswehr in Kundus zu produzieren.
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Bestich mich!

Dass die Grenzen zwischen Werbung und redaktionellem Inhalt verschwimmen, ist ja nicht neu. Trotzdem hat mich dieses Telefongespräch neulich etwas überrascht.
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Lügen unter dem Deckmantel der Religionskritik

Bei Stefan Niggemeier steht wieder mal ein interessantes Beispiel dafür, wie am Feindbild Islam gestrickt wird. Diesmal geht es um Udo Ulfkotte, einen so genannten “Experten für Terror und Islamismus” (Fachbereich II – Medienwissenschaft – Universität Trier).
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Achillesferse Afghanistan

Um das Bild in den Massenmedien etwas zu korrigieren: Einen euphorischen Empfang haben die Zuhörer Barack Obama in Berlin nicht bereitet. Die Szenen an der Siegessäule mit „Obamania“ zu bezeichnen, wäre völlig übertrieben, vor allem, wenn man sie mit der Mutter des Begriffs vergleicht – der „Beatlemania“ in den 60er Jahren, als reihenweise Menschen wegen einer Popgruppe in Ohnmacht fielen. Der US-Präsidentschaftsbewerber wurde zwar mit freundlichem Applaus und ein paar Sprechchören bedacht, aber mehr war nicht.
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