Humor ohne Herz
Neulich am Aufzug im S-Bahnhof Neukölln was Ähnliches erlebt. Aber nicht so schön aufgeschrieben.
Neulich am Aufzug im S-Bahnhof Neukölln was Ähnliches erlebt. Aber nicht so schön aufgeschrieben.
In der Berliner Zeitung gibt es einen sehr lesenswerten Artikel über Orhan Demirel, einen alteingesessenen Neuköllner Türken, der sich nun als Kneipier versucht, um an der Entwicklung zum Szenekiez Teil zu haben. Seine Schwierigkeiten illustrieren sehr schön die Widersprüche der Gentrifizierung: “Anfang 2009 wollte Orhan Demirel den Trödel aufgeben und hängte ein Schild ins Fenster, auf dem er den Laden anbot. ‘Sie haben mir die Bude eingerannt’, sagt er, ‘Ich habe nicht verstanden, warum, also habe ich sie gefragt: Was würdest du hier machen? Und alle sagten: eine Bar.’ Das kann ich auch, dachte er, obwohl er keine Ahnung von Gastronomie hatte.” Die Codes seiner Gäste – der “urbanen Penner”, wie Mercedes Bunz die jungen unterbezahlten Menschen nannte, die was mit Medien machen – hat der 47-jährige Demirel natürlich nicht drauf. Deswegen ist offen, ob es die “Kachellounge” in einem Jahr noch geben bzw. ob sie dann noch von Orhan Demiral betrieben werden wird.

Gesehen beim Festival “48 Stunden Neukölln” in der Weserstraße, 26. Juni 2010.
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Neulich wollte ich in dem Kinderklamottenladen am Weichselplatz noch nach einer Mütze gucken. War aber zu. Jetzt sind die Rolläden davor dauergeschlossen und ein Schild sucht nach neuen Mietern für den kleinen Laden. So einfach scheint das doch nicht zu sein mit der Prenzlauerbergisierung Neuköllns. Ein paar neue Kneipen und Galerien machen eben noch lange keinen Aufschwung.

Gefunden beim Bezirksamt Neukölln